Arguk Umweltlabor GmbH

Leistungsschwerpunkt: Innenraum

   
Das Siegel ARGUK- geprüft

Geruchsstoffe und Riechen (zertifizierter Geruchsprüfer)

 

 

Geruchsstoffe in Innenräumen

 

Geruchs- oder Riechstoffe sind chemische Substanzen, die im Sinnesorgan Nase einen Reiz in den sog. Riechzellen auslösen, der dann vom Gehirn als Geruch wahrgenommen wird. Als Untergruppe der Reichstoffe können solche Substanzen angesehen werden, die einen eher als angenehm empfundenen Geruch hervorrufen und daher auch als Duftstoffe bezeichnet werden (z.B. Parfüm). Ein bezeichnender Vorgang dabei ist, dass es sich nicht nur um eine reine Wahrnehmungsleistung handelt, sondern dass durch Weiterschaltung des Reizes zum Limbischen System, dem Gefühlszentrum im Gehirn, auch eine emotionale Verknüpfung mit dem wahrgenommenen Geruch hergestellt wird. Entwicklungsgeschichtlich ist der Geruchssinn als Orientierung zur Unterscheidung von Nutzen und Gefahr anzusehen. Durch die im Laufe der Entwicklung des Menschen verschobene Sinnesprioritäten mit Verstärkung des Gesichtssinns nimmt der Riechsinn heute eine eher unterbewusste Funktion zur Orientierung in der Umwelt an. Insbesondere dient er nicht so sehr einem rationalen Vorgehen, sondern wird überwiegend auf der emotionalen Ebene angesprochen.

Das Erkennen von Riechstoffen ist eine geistige Leistung, die häufiger aber auch erfolglos bleibt – gegenüber dem spontanen Eindruck und dem Auslösen von gefühlsbetonter Reaktion durch einen Geruch.

Die Wahrnehmung eines Riechstoffes ist sowohl von dessen Konzentration in der Luft als auch von der persönlichen Fähigkeit eines Menschen abhängig. Es existieren Substanzen, von denen nur wenige Nanogramm pro m³ (Milliardstel Gramm) genügen, um einen Geruchseindruck hervorzurufen („Korkgeruch“, Grapefruitgeruch). Von anderen Riechstoffen braucht es schon Milligramm-Mengen pro m³ Luft. Von Tieren wie Hunden ist bekannt, dass bereits wenige Moleküle ausreichen, damit die Spur des Riechstoffes aufgenommen werden kann. Weniger Substanz geht dann auch nicht mehr!

Abzugrenzen von der Wahrnehmung eines Riechstoffes ist das Erkennen des Geruches. In erster Näherung bedarf es einer etws zehnfach höheren Konzentration, um dem Wahrnehmen auch ein Erkennen folgen zu lassen.

Auf dem Gebiet der Innenraum-Schadstoffe stellen Riechstoffe einen wesentlichen Bereich dar. Es können daher sowohl Hinweise auf andere Schadstoff-Quellen (z.B. Schimmelpilzbefall) abgeleitet werden als auch eigenständige Geruchs-Probleme (Teppichboden-Geruch, Verwesungsgeruch) bestehen. Aufgabe eines Geruchs-Sachverständigen ist es, anhand der Geruchscharakteristik und der empfundenen Geruchsintensität eine Einschätzung der Situation und einer möglichen Beeinträchtigung des Wohlbefindens und der Gesundheit abzugeben.

Die Geruchscharakteristik kann dabei helfen, eine Zuordnung zur Herkunft bzw. der Entstehungsprozesse zum auftretenden Geruch zu treffen. Es lässt sich daraus häufig aber auch eine zielgerichtete Analytik zur Bestimmung der Riechstoff-Konzentrationen ableiten, die ohne eine derartige Vorauswahl sehr häufig kein zufrieden stellendes Ergebnis liefert.

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Typische Geruchsprobleme im Innenraum sind:

Brandgeruch

Nach Bränden im Innenraum verbleibt auch nach der Reinigung ein oftmals intensiver Brandgeruch. Mittel-flüchtige Verbindungen entziehen sich der schnellen Verflüchtigung oftmals wochenlang. Eine zu frühe Nutzung kann zu erheblicher gesundheitlicher Belastung führen. Die Überprüfung entsprechender Innenraum-Richtwerte vor der Wiedernutzung ist angeraten.

 

Geölte oder alkydharz-lackierte Oberflächen

Chemisch mit den Vorgängen im Linoleum verwandt sind die Bildungsvorgänge, die zum Geruch von geölten Oberflächen wie Möbel oder Parkett führen. Auch mit Alkydharzen lackierte Oberflächen können lange einen typischen „Lack-Geruch“ verursachen.

 

Fertighaus-Geruch

In älteren Fertighäusern kann es zu einem dumpf-muffigen, schimmelpilz-ähnlichen Geruch kommen. Es kann aber auch eine heizöl-holzartige Geruchsnote auftreten. Verursacht wird dieser Geruch häufig durch Chloranisole, aber auch durch chlorierte aromatische Verbindungen. Die Geruchsstoffe werden als sehr stark anhaftend und unangenehm beschrieben.

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Linoleum-Geruch

Hier handelt es sich um chemische Umwandlungsprozesse des oxidativen Abbaus von ungesättigten Fettsäuren. Aus den primären Reaktionsprodukten können durch weitere Oxidation im Material oder auch in der Raum organische Säuren entstehen, die für die stechende, schleimhautreizende Wirkung (mit-) verantwortlich sind. Die Geruchsstoff-Entwicklung kann jahrtzehntlang anhalten!

 

Möbelgeruch

Häufig süßliche, aber auch dumpf-ölige Note. Hinweis auf geruchsstoff-emittierende Oberflächen (Furnier, geölt. Es treten z.T. hohe Gehalte an Lösemittel auf, Reaktionsprodukte können sehr lange entstehen. Auch nach Jahren kann es im Innenteil zu erheblichen und lästigen Geruchseindrücken kommen, auch mit sichtbaren Ablagerungen an Gläsern

 

Schimmelpilzgeruch

Dumpf-muffig-modriger Geruch, der durch Schimmelpilze und/oder Bakterien verursacht wird. Hinweis auf mikrobiellen Befall durch Feuchteeinwirkung (Kondensation, Leckage, aufsteigendes Grund- oder Boden-Wasser), geruchliche Untergruppe: Abwassergeruch

 

Teppichboden-Geruch

Teppichböden können recht unterschiedliche Geruchsnoten entwickeln, die nach ihrer Geruchscharakteristik aber dennoch als Teppichboden-Geruch wahrzunehmen sind.

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Versottener Kamin

Durch Brandrückstände und Durchfeuchtung kann es zu einer erheblichen Geruchsbelastung mit phenolisch-rauchiger Duftnote kommen.

 

Verwesungsgeruch

In Hohlräumen können sich Tiere aufhalten, aber auch verenden. Dabei bilden sich häufig dumpf-süßliche, aber eher als unangenehm bis widerlich empfundene Gerüche.

 

Zigarettenrauchgeruch

Wohnungen von Rauchern können auch nach Teil-Renovierung noch erhebliche Belastungen durch Gerüche aufweisen.

Der erste Schritt bei einer Innenraum-Begutachtung ist und sollte sein die Geruchsprüfung. Oft lassen sich daraus schon erste Hinweise ableiten, wenn sich die Bewohner in ihrer Wohnung nicht wohl fühlen – und nicht so recht wissen, woran es liegen könnte.

 


Ihr Ansprechpartner bei Fragen zu Geruchsstoffen und Gerüchen in Innenräumen:

Dr. Wigbert Maraun, AGÖF-zertifizierter Geruchsprüfer
ARGUK-Umweltlabor GmbH, Tel. 06171 / 71817


oder direkt in unserem Kontaktformular

 

AGOEF-Leitfaden „Gerüche in Innenräumen – Sensorische Bestimmung und Bewertung“ (Entwurf)

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